Top Stories 2017 - Inspirationen zu den Publishing-Trends des Jahres
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Bibliotheken in der digitalen Zukunft

Mit dem Siegeszug der Digitalisierung werden auch immer mehr Stimmen laut, die behaupten, dass mit diesem ein Niedergang der Institution Bibliothek verbunden ist. Die Bibliothek stirbt? Die Besucherzahlen von 2016 widersprechen dieser These heftig: In den über 9.000 öffentlichen Bibliotheken in Deutschland wurden etwa 120 Millionen Besuche gezählt. Als Kultur- und Bildungseinrichtungen sind die deutschen Bibliotheken lebendig wie selten zuvor. Trotzdem werden sie sich in den kommenden Jahren wandeln. Als Ort, um Bücher zu entleihen und zu sammeln, werden sie tatsächlich an Bedeutung verlieren.

Der Druck der Digitalisierung

„Die Bibliothek in ihrer bisherigen Form ist unter Druck der Digitalisierung geraten“, sagt Stephan Holländer, Beauftragter für Weiterbildung beim Verband Bibliothek Information Schweiz. „Die öffentliche Hand und die Gesellschaft fragen aufgrund der technologischen Entwicklung und Veränderungen immer häufiger nach Zweck und Wert ihrer Existenz.“ Holländer hält es deshalb für unausweichlich, dass die Bibliotheken sich verändern werden. „Öffentliche Bibliotheken müssen sich zu nichtkommerziellen Begegnungsorten weiterentwickeln“, sagt er. Und: „Wissenschaftliche Bibliotheken werden zu Orten, die ihren Nutzern einerseits Arbeitsplätze mit W-LAN-Zugang bei Bedarf und Zugang von überall zu digitalen Quellen verschaffen.“

Bibliotheken werden zu Makerspaces

Vor allem in Skandinavien kann man schon heute erkennen, welche Transformationsprozesse in den Bibliotheken laufen werden – prominentestes Beispiel für die „Bibliothek der Zukunft“ ist sicherlich Dokk1 im dänischen Aarhus. Urbaner Makerspace, Stadtteilzentrum, Ort der Kommunikation und Teilhabe: Bibliotheken werden schon bald viele neue Aufgaben erfüllen. Die Debatte über diese zukünftigen Entwicklungen wird im Oktober auf der Frankfurter Buchmesse geführt.

Diese Debatten sollten Sie nicht verpassen!

Lesen Sie die Tipps unserer Experten, welche Veranstaltungen auf der Buchmesse besuchen müssen.

Zu den Event-Tipps

„Die Zukunft der Bibliothek ist hybrid“

„Die Zukunft der Bibliothek ist wie die Gegenwart, nämlich hybrid – was die Medien angeht, und vor allem, was die Dienstleistungen angeht“, sagt Tom Becker, Professor für Medienmanagement und Medienvermittlung in Bibliotheken an der Technischen Hochschule Köln und Mitglied im Bundesvorstand des Bundesverbands Information Bibliothek (BIB). Er geht davon aus, dass sich der Beruf des Bibliothekars stark verändern wird. In Zukunft werden Bibliothekare nicht nur Lese- und Digitalkompetenz vermitteln, sondern auch zu Community-Buildern und Forschungsdatenmanagern. „Als physischer Ort bleiben Bibliotheken ein Treffpunkt, der Teilhabe sichert und Möglichkeiten bietet: zum Verweilen, Informieren, Reden, Vernetzen und Machen“, sagt Becker.