#9 - Politische Messe
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Rettet Europa!

Brexit, Flüchtlingskrise, Schuldenstreit: Europa steht unter Druck. Der „Weltempfang“ sucht nach Visionen gegen die Krise.

Der 23. Juni 2016 stellt eine Zäsur dar: Mit der Entscheidung für den Brexit haben die Briten die Europäische Union in eine Existenzkrise gestoßen. Doch nicht nur der Brexit setzt den Kontinent unter Druck: Die Schuldenkrise der südosteuropäischen Staaten ist genauso wenig vom Tisch wie die offenen Fragen in der Flüchtlingskrise. Soll man also einsteigen in den Abgesang auf den Kontinent Europa? Mitnichten. Viele begreifen die Krise der europäischen Union auch als Chance für einen Erneuerungsprozess, suchen nach neuen Ideen und Utopien. Die Frage danach, in welche Richtung Europa künftig steuern wird, ist darum auch zentrales Thema auf dem „Weltempfang“, dem Zentrum für Politik, Literatur und Übersetzung auf der Frankfurter Buchmesse. Das Motto der Debattenreihe in diesem Jahr: „Europa!“ – mit Ausrufezeichen.

Weltempfang

Der „Weltempfang“ ist das politische Forum der Frankfurter Buchmesse. Die Frage, in welche Richtung Europa künftig steuern wird, ist in diesem Jahr zentrales Thema im Zentrum für Politik, Literatur und Übersetzung in Halle 3.1. Das Motto der Debattenreihe: „Europa!“ – mit Ausrufezeichen.

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Einige Highlights aus dem Weltempfang-Programm:

Fragile – Europäische Korrespondenzen

Wie können sich Schriftsteller in politische Debatten einmischen? 28 Autorinnen und Autoren haben einen Briefwechsel initiiert, machen sich schreibend Gedanken über aktuelle politische und kulturelle Themen. Antje Ráviv Strubel, Ruth Schweikert und Kathrin Röggla stellen das spannende Projekt vor.

Mittwoch, 19. Oktober, 15:00 bis 16:00 Uhr

Europa und der Islam

Offiziell eröffnet wird der „Weltempfang“ mit einer Podiumsdiskussion über das Verhältnis von Europa zu islamisch geprägten Staaten – und wie das die innereuropäischen Entwicklungen prägt. Mit dabei: Andreas Görgen, Ministerialdirektor im Auswärtigen Amt, der algerische Schriftsteller Boualem Sansal und die türkische Autorin Elif Shafak. Moderiert wird die Diskussion von Daniel Cohn-Bendit.

Mittwoch, 19. Oktober, 16:30 bis 17:30 Uhr

Höllensturz und Kriegssplitter – Europa und seine Kriegserfahrung

Ein geeinigtes Europa wird selbst von seinen Kritikern gerade auch deshalb anerkannt, weil es den meisten Ländern 70 Jahre Frieden beschert hat. Bleibt die Frage: Welche Anteile haben die Kriegserfahrungen des 20. Jahrhunderts an der Struktur der Krisenherde in und um Europa heute? Es diskutieren die Wissenschaftler und Autoren Ian Kershaw (zuletzt erschien „Höllensturz. Europa 1914 bis 1949“) sowie Herfried Münkler, Professor für Politikwissenschaften an der Humboldt Universität und Autor von u.a. „Kriegssplitter. Die Evolution der Gewalt im 20. und 21. Jahrhundert“.

Donnerstag, 20. Oktober, 12:00 bis 13.00 Uhr

Die Türkei und Europa: Wie steht es um die Meinungs- und Kunstfreiheit?

Seit der Niederschlagung des Putschversuchs in der Türkei hat sich die Lage für kritische Künstler und Journalisten noch verschärft. Josef Haslinger, der Präsident des PEN-Zentrums, und Deniz Yücel, Türkei-Korrespondent der „Welt“, sprechen über die aktuelle Lage.

Donnerstag, 20. Oktober, 13:30 bis 14:30 Uhr

Mehr Europa, aber anders als bisher

Warum Europa die große Zahl der Globalisierungsverlierer nicht den Rechtspopulisten überlassen darf, darüber diskutieren drei Literaten: der Franzose Mathias Énard, der für sein Werk „Kompass“ 2015 mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet wurde, der Belgier Stefan Hertmans sowie die Autorin und Theatermacherin Ivana Sajko aus Kroatien.

Freitag, 21. Oktober, 12:00 bis 13:00 Uhr

Zivilisationen und Migrationen

Menschen sind zu allen Zeiten gewandert. Wie steht es um dynamische Identifikationen oder geschlossene Identitäten im Europa der Menschenrechte? Gemeinsam diskutieren der Historiker Prof. Dr. em. Dirk Hoerder und der Soziologe Prof. Dr. Wolfgang Knöbl, Direktor des Hamburger Instituts für Sozialforschung. Moderation: Prof. Dr. Christian Demand, Kunsthistoriker und Kulturphilosoph sowie Herausgeber der Kulturzeitschrift Merkur.

Freitag, 21. Oktober, 13:30 bis 14:30 Uhr

Kommunikation und das Internet

Im Internet hat die angestrebte Diversität der Meinungen weltweit längst Grenzen überschritten. Verkommt die Redefreiheit zur kulturellen und politischen Hetzjagd, die den ebenso geschützten Wert der Würde entmachtet? Podiumsdiskussion mit Professor Timothy Garton Ash, Schriftsteller und Historiker, zuletzt erschien von ihm „Redefreiheit. Prinzipien für eine vernetzte Welt“, sowie Bernhard Pörksen, Professor für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen, Autor von u.a. „Kommunikation als Lebenskunst“.

Freitag, 21. Oktober, 15:00 bis 16.00 Uhr

Wo hört Europa auf? Der literarische Kontinent

Wo liegen die Ränder Europas? Ist ein Schriftsteller aus Beirut ein europäischer Autor? Gehört Russland dazu? Über solche Fragen debattieren Jeanine Elif Dağyeli, die einen Verlag für Literatur aus der Türkei, dem Kaukasus und Zentralasien leitet, sowie die Übersetzerinnen Christiane Körner und Michaela Prinziger.

Sonntag, 23. Oktober, 10:30 bis 11:30 Uhr

Europäische Identität und das fehlende Narrativ

Ulrike Guérot im Interview

Im Countdown-Interview bezieht Dr. Guérot Stellung zur aktuellen EU-Krise und stellt ihre Lösung einer Europäischen Republik vor.

Zum Interview

Was ist Europa in den Köpfen der Menschen? Wie kann mithilfe eines europäischen Narrativs die europäische Idee gestärkt und damit den häufig populistisch geführten nationalstaatlichen Debatten entgegengesetzt werden? Ein Gespräch mit den Wissenschaftlern und Autoren Prof. Dr. Albrecht Koschorke und Dr. Ulrike Guérot sowie der Publizistin Priya Basil aus Kenia und Großbritannien.

Sonntag, 23. Oktober, 13:00 bis 14:00 Uhr

Mehr Informationen sowie das vollständige Programm zum Download finden Sie auf der Website.