#9 - Politische Messe
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Ein Monument für die Meinungs­­freiheit

Aus verbotenen Büchern schuf Marta Minujín 1983 einen Parthenon. Nun startet sie eine erneute Sammelaktion auf der Frankfurter Buchmesse.

Karl Marx war verboten. Michel Foucault war verboten, genauso wie Texte von Jean-Paul Sartre oder Sigmund Freud. Sogar „Der kleine Prinz“, das berühmte Kinderbuch von Antoine de Saint Exupéry, hatte die Militärjunta auf den Index gesetzt. Von 1976 bis 1983 hatten die Militärgeneräle Argentinien im Griff, herrschten als Diktatoren über das Land. Nach der Rückkehr zur Demokratie setzte die Künstlerin Marta Minujín einem hohen Gut, das jahrelang mit den Füßen getreten wurde, ein Denkmal: der Meinungsfreiheit.

„The Parthenon of Books“

Aus 30.000 Büchern schuf Minujín, eine enge Vertraute von Andy Warhol, im Dezember 1983 ihr „El Partenón de libros“ – ein Gebäude aus Papier, aus Gedanken, Geschichten und Ideen. Nach drei Wochen wurde das Monument wieder abgebaut – und die Bücher, die in Argentinien lange verboten waren, wurden unter den Menschen verteilt. Minujíns Installation war ein starkes Zeichen dafür, dass es sich lohnt, für die Freiheit des Wortes zu kämpfen.

„Bücher besitzen die Kraft, Macht und Politik zu hinterfragen. Das macht sie so wichtig für eine liberale Gesellschaft. Die Zensur von Büchern verrät deshalb auch sehr viel über die jeweilige Zeit und politische Ordnung“, äußert sich Juergen Boos, der Direktor der Frankfurter Buchmesse, zu dem Projekt.

Im kommenden Sommer, zur Eröffnung der „documenta“ in Kassel, will die Künstlerin ihr Werk nun noch einmal neu aufbauen – schließlich muss auch der Kampf für Presse- und Meinungsfreiheit täglich neu geführt werden. Die Frankfurter Buchmesse unterstützt die Organisatoren der „documenta“ bei diesem Projekt. Gemeinsam rufen sie dazu auf, Bücher für Minujíns Werk zu spenden. 100.000 Bücher, die einmal verboten waren oder es auch heute in einigen Teilen der Welt noch sind, möchte die Künstlerin zusammentragen. Während der Messe wird die „documenta“ auf der Agora zu Gast sein, um Buchspenden für „The Parthenon of Books“ entgegenzunehmen. Aber auch im Vorfeld und über die Buchmesse hinaus können Bücher postalisch nach Athen oder Kassel geschickt oder persönlich abgegeben werden.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Projekt und das Spendenformular.

Kooperation mit THE ARTS+

Tickets für THE ARTS+ Conference

Das Ticket umfasst: Teilnahme an der Konferenz am 19. Oktober, Zugang zu THE ARTS+ Fair und Frankfurter Buchmesse. „THE ARTS+ Conference Pass“ beinhaltet zusätzlich: Zutritt zum exklusiven Business Club, Einladung zu VIP-Empfang und Eröffnung der Buchmesse am 18. Oktober, geführte Tour über das Messeareal von THE ARTS+.

Hier geht es zum Ticketshop.

Die Buchmesse und die „documenta“ arbeiten aber auch noch bei einem weiteren Projekt zusammen: Die Kunstschau steht vor der Herausforderung, ihr umfangreiches Archiv zu digitalisieren. Das neue Buchmesse-Format THE ARTS+ unterstützt dieses Projekt mit einem Workshop am 19. Oktober. Ziel ist es, die beste Strategie zu erarbeiten, um dieses kulturelle Erbe auf angemessene Weise digital aufzubereiten und global zugänglich zu machen. Die Teilnahme am Workshop steht allen Besuchern der THE ARTS+ Conference offen.

Mehr Informationen zu THE ARTS+ auf der Website.