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„Meine Bücher gehen vor, so gerne ich auch twittere“

Als Self-Publisherin und YouTuberin machte Mona Kasten Karriere. Ihre neuen New-Adult-Romane erscheinen nun aber in einem klassischen Verlag.

„Hallo! Ich bin Mona. Ich liebe meine Katzen, lange Waldspaziergänge und Schokolade in Überdosen. Ach, und ich schreibe Bücher“. So stellt sie sich vor, auf ihrem YouTube-Kanal. Mona Kasten, Jahrgang 1992, ist als YouTuberin bekannt geworden, bis heute schauen regelmäßig mehr als 20.000 Menschen die Videos, in denen sie Bücher empfiehlt, auf Twitter hat sie über 10.000 Follower eingesammelt.

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Ende 2014 veröffentlichte sie ihr literarisches Debüt – als Self-Publisherin. Die Trilogie „Schattentraum“ wurde ein großer Erfolg. Mit Teil eins gewann sie im März 2015 den „Indie Autor Community Preis“, mit dem zweiten Teil erreichte sie wenig später den zweiten Platz beim „Lovelybooks“-Leserpreis.

Wie unglaublich beliebt Mona Kasten ist, konnte man auch im vergangenen Jahr auf der Buchmesse selbst erleben: Bei einer Signierstunde der Autorin war der Andrang riesig (das Online-Magazin Literaturcafé war dabei). In diesem Jahr kommt Mona Kasten mit einem neuen Buch auf die Messe: dem Roman „Begin Again“. Er ist ihr erstes Buch, das – bei Lyx, einem Imprint von Bastei Lübbe – in einem klassischen Verlag erscheint. Erobern die Digital Natives nun endgültig die Verlagswelt? Ein Interview mit Mona Kasten.

fbm: Was fasziniert Sie an Social Media?

Mona Kasten: Als Kind, vor der Social-Media-Ära, habe ich mich mit meiner großen Liebe zu Büchern immer recht alleine gefühlt. Ich finde es großartig, dass man heutzutage Menschen im Netz finden kann, die dieselben Hobbys teilen, denselben Humor haben, und sich so miteinander austauschen können. So leidet man gemeinsam, wenn ein Buch einen fiesen Cliffhanger hat, teilt Tränen, wenn einen eine Stelle besonders mitnimmt, und lacht zusammen bei witzigen Stellen.

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fbm: Haben Sie Sorgen, dass Sie manchmal im Netz zu viel Privates preisgeben?

Mona Kasten: Jeder muss seine eigenen Grenzen ziehen und schauen, womit er sich am wohlsten fühlt. Manchmal braucht man auch Zeit, um das herauszufinden. Genau das habe ich getan und bin glücklich damit.

fbm: Was macht ein gutes Buch aus?

Mona Kasten: Völlig in einer Geschichte zu versinken und die Umwelt für ein paar Stunden auszublenden, ist für mich die schönste Freizeitbeschäftigung. Es gibt Bücher, die meine Art zu denken verändert und mich als Person geformt haben – wenn mich eine Geschichte so mitreißt und nachhaltige Gefühle in mir auslöst, ist sie gut. Zumindest für mich.

fbm: Wie kommen Sie zu Ihren Geschichten?

Mona Kasten: Manchmal höre ich ein Lied, sehe ein Bild oder lese ein Zitat und plötzlich habe ich einen Charakter im Kopf, der eine Geschichte zu erzählen hat – diese notiere ich dann erst in ein paar Stichpunkten. Meistens versuche ich, mehr über den Charakter herauszufinden, über sein Umfeld und seine Eigenschaften. So entsteht das grobe Gerüst, von denen es inzwischen ziemlich viele in meinen Notizbüchern gibt. Es gibt Geschichten, die sehr leise sind und andere wiederum, die mich über Monate nicht loslassen und immer lauter werden, bis ich nicht anders kann, als sie aufzuschreiben.

fbm: Sie sind eine Ikone des Self-Publishing, Ihre neuen Bücher erscheinen nun aber doch in einem klassischen Verlag. Was erhoffen Sie sich davon?

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Mona Kasten: Mit meinem Debütroman „Schattentraum: Hinter der Finsternis“ habe ich mich nicht auf Verlagssuche begeben, weil ich wusste, wie schwierig der Prozess ist. Nach der Veröffentlichung kamen nach und nach Anfragen von Verlagen, mit denen ich mich an meine jetzigen Agentinnen Gesa Weiß und Kristina Langenbuch Gerez gewandt habe. Die nächsten Buchprojekte haben wir dann gemeinsam besprochen. Meine erste Trilogie wollte ich weiter in Eigenregie rausbringen, für meine nächsten Projekte haben wir uns aber auf Verlagssuche begeben. Es war kein bewusster Wechsel, sondern etwas, das simultan stattgefunden hat. Mit meinem Verlagsdebüt hoffe ich, eine feste Leserschaft in einem neuen Genre aufzubauen, eine Präsenz auch im Buchhandel zu schaffen und mich weiter als Autorin zu etablieren.

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fbm: Werden Sie auch weiterhin Self-Publishing-Projekte machen?

Mona Kasten: Momentan bin ich mit meinen Verlagsprojekten ausgelastet, aber ich kann mir auf jeden Fall vorstellen, zum Self-Publishing zurückzukehren. Sollte ich eine Idee haben, die kein Verlag ansprechend findet, ich das Buch aber unbedingt schreiben möchte, würde ich es selbst veröffentlichen. Ich finde es toll, dass diese Möglichkeit besteht.

fbm: Worum geht es in ihren zwei neuen Büchern, die der Verlag als zwei Bände einer Art Reihe unter dem Titel „Again“ angekündigt hat?

Mona Kasten: Im Oktober 2016 erscheint der erste Band der Again-Reihe, „Begin Again“, in dem es um Allie Harper geht, die einen Neuanfang wagen will und vor ihrer Vergangenheit flüchtet. Dabei landet sie in einer WG mit einem Kerl, der eigentlich keine weibliche Mitbewohnerin will und nun einen Haufen Regeln aufstellt, damit ihr Zusammenleben funktioniert – allen voran, dass sie niemals etwas miteinander anfangen dürfen. Allerdings merkt Allie schnell, dass sie sich nicht ewig daran halten kann. Band zwei der Again-Reihe, „Trust Again“, erscheint im Januar 2017.

fbm: Wie kam es zur Abkehr vom Fantasy-Roman?

Mona Kasten: Als ich 2014 meinen ersten New Adult Roman gelesen habe, merkte ich schnell, dass ich ein weiteres Lieblingsgenre gefunden habe. Die Geschichte war so echt und real, dass ich danach alles innerhalb des Genres verschlungen habe. Da ich mich selbst auf der Grenze zum Erwachsenwerden befunden habe, konnte ich mich besonders mit den Charakteren identifizieren und hatte auch schnell erste eigene Ideen. Momentan genieße ich es, sowohl Fantasy als auch New Adult zu schreiben. Neben meiner Again-Reihe erscheint 2017 auch ein neuer Fantasy-Roman bei Knaur.

fbm: Wollen sie sich nun stärker auf Ihre Karriere als Buchautorin fokussieren? Treten die Aktivitäten im Netz in den Hintergrund?

Mona Kasten: Inzwischen habe ich aufgrund meines Schreibpensums leider kaum noch Zeit, viel im Netz zu machen. Für meine Bücher habe ich feste Abgabetermine, die ich einhalten muss. Ich sehe das Schreiben als meine Arbeit an und behandle es auch so. Mein Studium und die Bücher gehen vor, erst danach kommt der Spaß im Netz – so gerne ich auch den ganzen Tag über twittern würde.